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Axt
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top
Die Axt, oberdeutsch auch Hacke genannt, ist ein Werkzeug und besteht im Allgemeinen aus einem StĂŒck Stahl mit einer geschmiedeten stĂ€hlernen Schneide (dem Blatt oder Kopf) und dem Haus. Sie ist mit dem Auge auf einem Holz- oder Kunststoffstiel befestigt.
In der Vergangenheit gebrĂ€uchliche Namen fĂŒr FĂ€llĂ€xte/Hacken waren Schrot-/Schrott-, Wende-, Holz-, Mais-/Meis-/MaĂ-Axt
EntastungsĂ€xte hieĂen Asthacken oder AstĂ€xte.
SpaltÀxte bezeichnete man als Schlegel-Hacke/Axt oder Mösel.cite-ref-1[1]
Contents
âą Allgemein
âą Vorgeschichte
âą Geschichte
âą Herstellung
âą Verwendung
âą Kupferbeile
⹠Der Beilkörper
âą Die Schrotaxt
âą Die Ganzstahlaxt
âą Der Stiel
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Allgemein
Die Axt wird zum Schlagen benutzt. Haus und Kopf sind meist aus Kohlenstoffstahl geschmiedet, weil solcher Stahl bei richtiger WĂ€rmebehandlung einen guten Kompromiss zwischen HĂ€rte und ZĂ€higkeit aufweist. Im Unterschied zum kĂŒrzeren und leichteren Beil wird die Axt ĂŒblicherweise mit beiden HĂ€nden gefĂŒhrt. Quer eingestielte GerĂ€te werden als Dechsel oder Querbeil bezeichnet. Sie werden zur Bearbeitung von Holz verwendet.
Vorgeschichte
Zur SchĂ€ftung siehe: SchĂ€ftung (Vor- und FrĂŒhgeschichte)
ArchÀologen nennen einen Körper mit Stielloch Axt, denjenigen ohne Schaftloch Beil, unabhÀngig von Material (Stein, Bronze, Eisen, Kupfer) und Handhabung (ein- bzw. zweihÀndig) oder Verwendung.
Steinbeile wurden neben GeweihÀxten in Europa bereits in der Mittelsteinzeit benutzt und finden sich spÀter auch in Horten. Aus dieser Zeit sind zumeist aus Feuerstein hergestellte, geschliffene und ungeschliffene Beile erhalten (Kernbeil, Scheibenbeil).
In Pratteln im Bezirk Liestal des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz wurde das ĂŒberaus seltene Halbfabrikat einer Axt aus alpinem Gestein in einer etwa 6000 Jahre alten neolithischen Siedlung gefunden. Die Form der Axt mit den flachen Ober- und Unterseiten ist gut erkennbar. Sie wurde durch Picken mit einem Schlagstein aus einem Gestein herausgearbeitet. Danach sollte wohl zwischen den seitlichen Verdickungen eine Durchbohrung erfolgen, um ein Schaftloch zu schaffen. Dies unterblieb aus ungeklĂ€rten GrĂŒnden genauso wie das Schleifen und Polieren der OberflĂ€chen.cite-ref-2[2] In der Jungsteinzeit wurden Ăxte und Beile aus Stein geschliffen. Versuche ergaben, dass beim Schleifen von Quarzit und Sandstein nur die Zugabe von Wasser erforderlich ist, nicht aber von Sand.
Die Kultfunktion von Ăxten und Beilen belegt eine bei Cham-Eslen in der Schweiz im Zugersee gefundene 6000 Jahre alte Axt der Cortaillod-Kultur. Ihr Doppelaxtkörper war 17,2 cm lang und mittels Keilen aus Geweih am 1,2 m langen Stiel aus Eschenholz befestigt. Dieser war spiralförmig mit rhombenverzierter Birkenrinde umwickelt.cite-ref-3[3] Der Stiel der Ă€neolithischen Axt aus Grab 43 von Varna in Bulgarien war mit einem Goldstreifen umwickelt. Seit dem Jungneolithikum kommen Ăxte aus Kupfer vor.
Siehe auch
:
Kupferaxt von Reiffenhausen
und
Kupferhort von LĂŒstringen
Geschichte
In einem Runen-Schriftzug aus Maes Howe auf den Orkneyinseln behauptet der Urheber der Zeilen, der erfahrenste Runenschreiber des westlichen Ozeans zu sein und jenes Beil benutzt zu haben, das einst Gaukr Trandilsson aus Island gehörte. Hermann PĂĄlsson (1921â2002), der sich um die Ăbersetzung der Orkneyinga saga verdient machte, rekonstruierte, wer der Schreiber war. Seine Vorfahren hatten 200 Jahre zuvor den Besitzer des Beils erschlagen und es von Generation zu Generation vererbt, bis es in die HĂ€nde von ĂĂłrhallr ĂsgrĂmsson dem Schreiber gelangte. Beile waren also keinesfalls nur Gebrauchsgut, sondern auch Statussymbole, mit denen unter anderem Runen geritzt wurden.
In moderner Zeit werden Beile und Ăxte aus Stahl geschmiedet. Der Körper ist mit einem Loch (Auge) versehen, um eine feste Verbindung mit dem Stiel zu gewĂ€hrleisten.
Herstellung
1. (nicht mehr gebrĂ€uchliche Lappen- oder Falttechnik) Ein StĂŒck Flachstahl (meist C45) wurde ĂŒber einen Dorn, der die Form des Beilauges besaĂ, mittig gebogen, die beiden Enden dann zusammengeschweiĂt, eine Schneide ausgeschmiedet und im Einsatz- oder Nitrierverfahren gehĂ€rtet
2. (nicht mehr gebrĂ€uchlich) Zwischen die beiden Enden des nach 1 gebogenen Flachstahls wurde ein kleines StĂŒck Kohlenstoffstahl eingeschoben, mit dem Eisen verschweiĂt und ausgeschmiedet, je nach Stahl in Ăl oder Wasser gehĂ€rtet und danach angelassen
3. (nicht mehr gebrĂ€uchlich; war immer selten) An das Flacheisen nach 1 und 2 wurde durch ĂberlappungsschweiĂung das SchneidenstĂŒck angesetzt
4. (nicht mehr gebrĂ€uchlich) Um das aus einem Flachstahl zusammengebogene oder aus einem StĂŒck gelochte und ausgeschmiedete Blatt aus Eisen wurde ein StĂŒck flachen Stahls gelegt, verschweiĂt und ausgeschmiedet
5. (noch ĂŒblich in Dorfschmieden) Ein rechteckig geformtes StĂŒck Eisen wird unter einem Hammer oder einer Schmiedepresse mittels eines Dorns gelocht, wodurch das Ăhr fĂŒr den Stiel entsteht. Die der zukĂŒnftigen Schneide zugewendeten Eisenmasse wird mit einem MeiĂel aufgeschnitten, in den Schlitz ein StĂŒck Kohlenstoffstahl eingeschoben und dieses verschweiĂt.
6. (heute ĂŒblich) Ein rechteckiges StĂŒck Stahl wird unter der Presse gelocht, oder das Ăhr gepresst und dann unter dem Hammer ausgeschmiedet. Da es sich um eine ganz aus Stahl hergestellte Axt handelt, spricht man von einer âGanzstahlaxtâ
Verwendung
Mit der Axt werden u. a. beim FĂ€llen, Entasten oder Einkerben von BĂ€umen Holzfasern durchtrennt. Sie verfĂŒgt in der Regel ĂŒber eine beidseitig angeschliffene, mehr oder weniger schlanke Klinge mit relativ spitzem Schneidenwinkel, um ein leichtes Eindringen in das Holz zu ermöglichen. Beim FĂ€llen von BĂ€umen mit einer FĂ€llaxt wird schrĂ€g zur Faserrichtung geschlagen, und zwar von oben und von unten, um einen Keil aus dem Holz zu schlagen. Dieser Keil kann bis zu zwei Drittel in den Stamm ausgeschlagen werden, je nach Neigung und gewĂŒnschter Fallrichtung. Dann wird von der RĂŒckseite, leicht nach oben versetzt, ein weiterer Keil ausgehauen, bis der Baum fĂ€llt. Anstelle des Aushauens des zweiten Keils war hier spĂ€ter auch ein Schnitt mit einer Zweihand-BlattsĂ€ge möglich. Das Benutzen einer SĂ€ge oder gar MotorsĂ€ge ist oft schneller, da weniger Arbeit aufgewendet werden muss.
Ăxte mit besonders breiter und dĂŒnner Schneide wurden zum Entasten gefĂ€llter BĂ€ume benutzt. Mit dem Aufkommen leichter MotorsĂ€gen sind Ăxte nur noch wegen geringerer LĂ€rm- und GeruchsbelĂ€stigung oder bei Benzinmangel ĂŒblich.
Mit einer Spaltaxt (auch Mösel)cite-ref-4[4] oder einem Spalthammer wird bereits gesĂ€gtes Stammholz zu Brennholz gespalten. SpaltĂ€xte haben eine beidseitig ĂŒber eine groĂe FlĂ€che geschliffene, starke und schwere Klinge mit relativ stumpfem Schneidenwinkel â sie haben einen deutlich gröĂeren Keilwinkel als FĂ€llĂ€xte oder Zimmermannsbeile. Die Schneide der Axt wird parallel zur Faserrichtung in das Holz geschlagen. Die hohe kinetische Energie erzeugt hohe SpaltkrĂ€fte, verbunden mit einer groĂen Spaltbreite, sodass die ElastizitĂ€tsgrenze bis zum Bruch des Holzes leichter ĂŒberwunden wird. So können groĂe Holzklötze (Stammabschnitte) oft mit einem Schlag gespalten werden. Auch SpalthĂ€mmer mit Spaltkeilen oder Holzspalter sind zu diesem Zweck geeignet. Sie weisen einen Keilwinkel bis zu 40° auf.
Qualitativ hochwertige Ăxte werden in Deutschland seit 1932 mit dem GĂŒtezeichen âDreipilzâ ausgezeichnet.
Ăxte und Beile mit schneidender und spaltender Funktion dienen zum Behauen und GlĂ€tten von WerkstĂŒcken, Herstellen von Balken, Pfosten, Konstruktionshölzern und Holzverbindungen. Sie verfĂŒgen i. d. R. ĂŒber schlanke Klingen, die einseitig angeschliffen sein können. Typische Beispiele sind die klassischen Breitbeile der Zimmerleute.
Als schwedische RĂ€umaxt wird ein Werkzeug mit messerartiger Klinge bezeichnet, die hauptsĂ€chlich zum Abschneiden und Hacken von jungen Trieben und StrĂ€uchern verwendet wird. Sie hat den gleichen Griff wie eine Axt, ist aber leichter. Ein weiterer Unterschied zu einer Axt besteht darin, dass eine RĂ€umaxt eine Schneidklinge aus hartem Stahl hat, die leicht ausgetauscht werden kann, da sie in einer nach auĂen federnden Halterung geklemmt ist.
Der Sapie, auch Sappi(e), Zappel oder Zapine, ist ein spezielles RĂŒckewerkzeug, das vom Haus her Ă€hnlich wie eine Axt gebaut ist, aber anstelle einer Schneide einen gebogenen Dorn hat. Er erleichtert die manuelle Holzbringung.
Eine weitere Besonderheit stellt die Eisaxt dar. Sie diente bis Anfang des 20. Jahrhunderts zum Bearbeiten und Verschieben von mit Fuhrwerken transportierten Eisblöcken im Eiskeller (Lebensmittelkonservierung).
Historischer Ăberblick ĂŒber die Entwicklung der Axt in Mitteleuropa
In der Zeit der Chelléen (etwa vor 350 000 Jahren) findet sich eine ganz bewusste und vorteilhafte Schlagtechnik zur Erzeugung von Schneidkanten an Steinen. Sie zeigt, dass damals bereits zwei verschiedene Methoden zur Klingenherstellung genutzt wurden.
Die eine Richtung ging bei der Herstellung ihrer Werkzeuge so vor, dass sie eine Feuersteinknolle köpfte und dann fast gleichmĂ€Ăig geformte breitflĂ€chige SpĂ€ne abschlug.
Die andere Gruppe dagegen zertrĂŒmmerte die Steinknolle nicht, sondern entfernte nur soviel von ihren Ă€uĂeren Teilen, wie nötig war, um ein verwendungsfĂ€higes StĂŒck zu schaffen.
Die dabei entstehende Form nennen wir âFaustkeilâ, besser trĂ€fe wohl die Bezeichnung âFaustmesserâ zu, denn das Werkzeug ist nach seiner Bauart als Keil völlig ungeeignet, als Messer jedoch durchaus zweckmĂ€Ăig geformt. Solche mandelförmigen, dreieckigen und ovalen Faustkeile zeigen schon vor 300.000 Jahren sowohl bewundernswerte Handfertigkeit als auch in der Zurichtung ein hochentwickeltes FormengefĂŒhl. Von einer Axt kann man in diesen ZeitrĂ€umen noch nicht sprechen. Wohl bringt der Faustkeil zwei wichtige Voraussetzungen mit: eine von zwei Seiten durch AbschlĂ€ge erfolgte Bearbeitung und die Rundung der Schneide. Das Hindernis aber, das einer Verwendung zum Schlag entgegenstand, war die Empfindlichkeit der Schneide. Aus diesem Grund dĂŒrfte der Faustkeil nur ausnahmsweise mit einem Stiel versehen gewesen sein. Die Bruchgefahr der Schneide erschwerte ĂŒbrigens auch in spĂ€teren Perioden die Bearbeitung von Holz. Die Eigenart des Axthiebs beim FĂ€llen und Entasten von BĂ€umen ruft fast immer eine Biegungsbeanspruchung der Schneide hervor.
Bis in die Zeit des Neolithikums war die Zurichtungsweise der Axtschneide dadurch gekennzeichnet, dass diese durch AbschlÀge (Retuschen) hergestellt wurde. Die Schneide war einem SÀgeblatt Àhnlich, also wellenförmig bis zackig. Die AbschlÀge hatten zudem eine meist muschelförmige, also konkave Vertiefung hinterlassen, dadurch war die Schneide gegen Abnutzung und Bruch empfindlich.
Der groĂe Fortschritt, der sich nun anbahnte, und der in Ost- und SĂŒdeuropa frĂŒher als im Norden wahrgenommen werden kann, bestand darin, dass durch Wegschleifen aller Vertiefungen und Erhöhungen in SchneidennĂ€he und durch ballige Ausformung eine Bruchsicherheit erzielt wurde, âdie allein erst die Voraussetzung fĂŒr die Bearbeitung von Holz schufâ. Das Werkzeug war also das PrimĂ€re, das die Holznutzung in gröĂerem Umfang ĂŒberhaupt erst ermöglichte. Die Ănderung der steinzeitlichen Schneidenbearbeitung ist in ihrer technischen Bedeutung bisher vielleicht nicht genĂŒgend gewĂŒrdigt worden.
Das Neolithikum zeigt einen ungeahnten Reichtum an Axtformen: breitschneidige, zungenförmige, spitznackige, breitnackige, Flach- und WalzenĂ€xte, geschweifte und bootförmige Typen, Hammer- und DoppelĂ€xte. Mit der Vielfalt der Typen ist gegenĂŒber den bisherigen Keulen- oder AstknieschĂ€ftungen eine verbesserte Stielbefestigung verbunden: die durchbohrte Steinaxt. Immer noch hĂ€lt sich die aus einem StĂŒck bestehende Hirschhornhacke als Axtwaffe oder landwirtschaftliches GerĂ€t. (beim Hackbau, Wurzelgraben, zum Aufhacken des Eises beim winterlichen Fischfang,âŠ)
Ob Ăxte als Waffen oder Werkzeuge im Gebrauch waren, lĂ€sst sich bei SteinĂ€xten oft schwerer entscheiden als bei metallenen Ăxten. Nur wenn bestimmte AbnĂŒtzungsspuren an den Axtschneiden festgestellt werden, kann mit Sicherheit auf die Verwendung als Werkzeug geschlossen werden: am wichtigsten ist der Grad der AbnĂŒtzung des vorderen Schneidenteils, der Axtzehe. Diese Erscheinung findet sich auch bei modernen Ăxten. Dieser VerschleiĂ kommt dadurch zustande, dass die Axt bei der normalen Schlagbewegung mit der Zehe den abstumpfenden Boden hĂ€ufiger berĂŒhrt als mit einem anderen Teil der Schneide. Wird die Axt als Waffe gebraucht, so zeigt sich dieses Merkmal nicht.
Kupferbeile
In GroĂbritannien (insbesondere im Osten) und Irland 2500â2200 v. Chr. wurden die ersten Beile aus Kupfer hergestellt. Sie hatten eine mattrote Farbe mit einer schwĂ€rzlichen Patina (Anlauffarbe). Sie sind trapezförmig und haben einen dicken Stiel, der an die Form der SteinĂ€xte angelehnt ist. Mit einer durchschnittlichen Dicke von 14 mm sind sie ziemlich dĂŒnn. Die Beile können anhand der Breite des Stiels und der Geradheit der Seiten in Typen unterteilt werden.
In der Bronzezeit ist die Grundform des mitteleuropĂ€ischen Bronzebeils auf die einfache Flachform der steinernen Beile zurĂŒckzufĂŒhren. Seitliche, oft nur schwach ausgeprĂ€gte Randleisten sollen dem Beil im Kniestiel einen besseren Halt ermöglichen. Werden diese Randleisten krĂ€ftiger zu lappenförmigen Gebilden ausgebildet, entstehen die mittelstĂ€ndigen und spĂ€ter die endstĂ€ndigen Lappenbeile. Die Lappen geben dem Stiel eine wesentlich festere StĂŒtzung, die man zur Schonung und Erhöhung der Stiellebensdauer noch durch ausgeformte Vertiefungen verstĂ€rkte (Absatzbeile).
Werden die Lappen gĂ€nzlich geschlossen, entstehen tĂŒllenartige Formen, die TĂŒllenbeile.
Die Fertigkeit, Eisen zu schmieden und zu verarbeiten, fĂŒhrte zur Herstellung eiserner Beile, die schon in der frĂŒhen mitteleuropĂ€ischen Eisenzeit gehĂ€rtete Schneiden aufwiesen. Manchmal lassen sich deutlich zwei Verwendungsarten erkennen, Beilformen nĂ€mlich, die sich besonders fĂŒr den Kampf oder die Bearbeitung von Holz eignen. Schon in der jĂŒngeren Steinzeit wird der Nacken zur ErgĂ€nzung der Waffenwirkung herangezogen, indem ihm hammerförmige oder halbkugelige Formen gegeben werden. Auch im vorderen Orient und im Europa der La TĂšne-Zeit finden sich Ă€hnliche Beispiele.
In der frĂŒhen Metallzeit verliehen dem Stiel manchmal zungenförmige VerlĂ€ngerungen des Hauses festen Halt gegen seitliche Stielbewegungen. Auch lĂ€ngliche AuswĂŒchse, oberhalb (Helmdach) und unterhalb des Stiels verlaufend, die einen besseren Halt des Stiels gegen vertikale Bewegungen zum Ziel hatten. WĂ€hrend des Mittelalters war eine Ăhrform verbreitet, die sich nach vorne verjĂŒngte. Es scheint, dass man diese Art dann vorgezogen hat, wenn man die Axt beim Ăbergang vom Haus in das Blatt wenig schwĂ€chen oder wenig aufbauchen wollte. Derartige Ăhre sind heute noch bei den ZimmermannsbreitĂ€xten ĂŒblich, ebenso bei HolzhauerĂ€xten in Finnland und Nordschweden.
Sehr hĂ€ufig findet man bei stĂ€hlernen Ăxten, auch an modernen Formen, eine Einkerbung der RĂŒckenflanke oder auch eine der Vorderflanke gegenĂŒber dem Haus. Sie dĂŒrfte sich am ehesten folgendermaĂen erklĂ€ren lassen: Es ist vorteilhaft, wenn die Axtschneide so gestellt wird, dass eine Verbindungslinie Axtzehe â Axtferse in ihrer VerlĂ€ngerung den Stiel berĂŒhren wĂŒrde. Der Kunstsinn des Axtschmieds verlangte eine gleichwinklige Blattausbildung, bei der die Axtschneide als Dreiecksgrundlinie angesehen, die beiden Schenkel aber durch Vorderflanke und RĂŒckenflanke bestimmt wurden. Um die Gleichwinkligkeit beizubehalten, musste das Blatt eingekerbt werden. In dem einen oder anderen Fall könnte man auch an ein Rudiment aus der Zeit der âBartĂ€xteâ denken. Mit diesem nicht sehr bezeichnenden Ausdruck soll die Form des stark stielwĂ€rts hinausgezogenen Blatts versinnbildlicht werden. Auch wenn die BartlĂ€nge verkleinert wird, verbleibt als Rest immer noch die Einkerbung. âHarzer Axtâ und finnische Form lassen noch klar solche alten Typen erkennen (bei manchen heute verbreiteten Formen dient die Kerbe nur noch zur Kennzeichnung der RĂŒckenflanke beim Einstielen).
Der Beilkörper
Der Körper eine Beils gliedert sich in Haupt und Blatt.
âą Das Haupt stellt gewissermaĂen das Fundament des Beils dar. Die heutigen (mitteleuropĂ€ischen) Beile haben eine Breite von 60â70 mm, wodurch eine stabile Verbindung des Stiels ermöglicht wird.
âą das Blatt (Wangen): Die Form und die Abmessungen des Blatts hĂ€ngen sehr stark vom Verwendungszweck ab. Ăxte mit langen (â30 cm) BlĂ€ttern waren zweckmĂ€Ăig, um dicke BĂ€ume âumzuschrotenâ und Wurzeln abzuhacken. Nur damit gelang es, tief in das Holz vorzudringen, ohne dass der Stiel hinderlich geworden wĂ€re (Umschroten = Baum nur unter Einsatz einer Axt, ohne SĂ€ge, zu Fall bringen).
Das Blatt hatte in frĂŒherer Zeit einen vollstĂ€ndigen Keil (stetige glatte FlĂ€chen, ohne jeden Absatz), war gewölbt (konvex) oder konkav. Diese Formen kommen daher zustande, weil die Axt einerseits wenig Widerstand beim Eindringen erzeugen, andererseits aber ein leichtes, ermĂŒdungsfreies Raushebeln ermöglichen soll. Mit dem Aufkommen besserer gĂŒnstigerer StĂ€hle und der EinfĂŒhrung von GanzstahlĂ€xten wurde das dĂŒnnflĂ€chige Ausschmieden des Blatts erleichtert bzw. erst ermöglicht. Auch in vorigen Jahrhunderten gab es bereits Ăxte mit dĂŒnnen BlĂ€ttern, aber nur solche, deren BlĂ€tter keiner starken Biegung standhalten mussten wie Reisighacken oder Kriegsbeile. Die BlĂ€tter heutiger europĂ€ischer ArbeitsĂ€xte sind fast parallel, um ein einfaches Nachschleifen zu ermöglichen und relativ dĂŒnn (3â5 mm) ĂŒber die gesamte BlattlĂ€nge. FrĂŒher waren sie dicker und keilförmiger, um den geforderten Belastungen standzuhalten, so musste man bei jedem Nachschleifen mehr Material entfernen. Sie drangen auch schwerer in das Holz ein.cite-ref-5[5] Es wurde erkannt, dass dennoch fĂŒr ein dĂŒnnes, fast parallel zulaufendes Blatt eine konvexe Auswölbung der Schneide genĂŒgt, um ein allzu starkes Stecken zu verhindern. Die Verwendung von Ăxten mit stumpfwinkligen BlĂ€ttern oder kurzen Ăxten (mit stumpfwinkligem Blatt, bei denen der Ăbergang Blatt-Haus flieĂend ist, da das Haus gewissermaĂen als Blatt angesehen werden kann, bei entsprechender Eindringtiefe), war frĂŒher nur beim FĂ€llen auf Brusthöhe (amerikanische, australische FĂ€llart) und beim Zerteilen gröĂerer (>150 mm Durchmesser) StĂ€mmen ohne SĂ€ge (âbuckingâ) angewendet. Im Vergleich zu heutigen waren diese Ăxte schwer (2 kg aufwĂ€rts) und entsprechend die Eindringtiefe groĂ. Bei diesen zwei Anwendungstechniken wĂŒrde eine parallelblĂ€ttrige Axt mit nur konvexer Auswölbung der Schneide ohne der nötigen bestimmten Keilwirkung des Blatts dazu fĂŒhren, dass eine solche zwar tief eindringt, aber der Span nicht âausgekeiltâ werden kann und sie dadurch steckenbleibt. Solche Ăxte (z. B. âMaine Wedgeâ) kommen ausschlieĂlich beim FĂ€llen von NadelbĂ€umen (deren Holz sich axial stĂ€rker ausdehnt als Laubholz beim Hieb) auf Brusthöhe (wo die Einklemmkraft stĂ€rker ist als nah an den WurzelanlĂ€ufen) zur Verwendung.
Auch kann das Blatt Aushöhlungen/Vertiefungen haben, um eine geringere Reibung zu erhalten wie in Amerika oder an speziellen WettkampfĂ€xten (Timbersports). In Amerika wurden massenproduzierte Ăxte bis in die 1970er Jahre (bis zum groĂflĂ€chigen MotorsĂ€geneinsatz) mit Vertiefungen versehen.
Am Haupt unterscheidet man:
âą den Nacken (Schlagplatte): Der Nacken ist heutzutage eine ebenflĂ€chige verstĂ€rkte ungehĂ€rtete rechteckige Schlagplatte. Es gibt zahlreiche Ăxte mit ovalen oder runden Formen. In Europa wurden die BĂ€ume bis zum 19. Jahrhundert nah am Boden ohne SĂ€ge âumgeschrotetâ, deswegen war die Ausbalancierung des Axtkörpers nebensĂ€chlich wegen der eher vertikalen SchlĂ€ge. In Nordamerika gab es keine Anreize, mit Holz sparsam umzugehen, das ganze Land war mit alten groĂen BĂ€umen ĂŒberzogen. Die Siedler brauchten Ackerland. Die schnellste Methode damals war, den FĂ€llkerb in Brusthöhe zu setzen. Deshalb wurden die Nacken der Ăxte gröĂer dimensioniert, sodass beim fast horizontalen Hauen die Axt horizontal bleibt.cite-ref-8[8]
In der Vergangenheit war der Nacken in Europa rund. Um eine bessere Gewichtsverteilung und eine höhere Masse der Axt zu erzielen, vergröĂerten die amerikanischen Pioniere den Nacken der Axt oder schmiedeten das Loch der Axt weiter vorne aus.
âą das Haus (Haube): Das Haus umschlieĂt das axtseitige Stielende, welches im Ăhr befestigt ist.
âą das Ăhr (Ring, Loch): Wurde bei Ă€lteren Ăxten das Ăhr noch durch das Umschmieden eines ovalen Eisens gefertigt, presst man es heute mit einer Presse aus. Heutzutage sind in Mitteleuropa die âDâ-förmigen Ăhre verbreitet, durch die ebene FlĂ€che im Ăhr und am Stiel wird das Ausrichten der Schneide beim Einstielen erleichtert. In Skandinavien, SĂŒdeuropa und Nordamerika hingegen wird traditionell noch das tropfenförmige Ăhr benutzt.
Es gibt zahlreiche verschiedene âMusterâ (âPatternsâ) von Axtköpfen. In Europa hielten sich fĂŒr lange Zeit spezielle Formen an den Axtköpfen wie Einkerbungen oder Rundungen; die nordamerikanischen hingegen sind im Vergleich dazu schlicht gehalten und wurden allein fĂŒr den Zweck der BaumfĂ€llung geschaffen. Damit die Ăxte der verschiedenen nordamerikanischen Axthersteller sich nicht alle gleichen, wurden ausgeklĂŒgelte Werbeaufkleber oder Gravierungen angebracht, etwa âBlack Ravenâ, âKeen Kutterâ, âChemical Axeâ usw.
In Europa gab oder gibt es Muster wie Tiroler, Bayrische, KĂ€rntner, Krainer, Ungarische, Schwedische, Finnische, Deutsche Muster; von einigen gibt es wiederum Varianten.cite-ref-11[11] Eine Besonderheit in Regionen mit ĂŒberwiegend Nadelholz war das FĂŒhren zweier Ăxte; eine fĂŒr die FĂ€llung und eine fĂŒr die Entastung. Sogenannte Asthacken waren unter anderem in Tirol, KĂ€rnten und Salzburg verbreitet.cite-ref-12[12]
Die Benutzung einer herkömmlichen keilförmigen Axt ist sehr mĂŒhsam, da man relativ viel Kraft aufwenden muss, um sie in das Holz zu treiben, und weil sie dazu neigt, sich zu verkeilen, wenn sie tief im Holz steckt. Die Stiele brechen hĂ€ufig ab, wenn man die Klinge herauszieht, nachdem sie sehr tief in hartes Holz getrieben wurde. Auch das SchĂ€rfen war aufwendig. Deshalb machte man sich Gedanken, wie man die Axt schneller nachschĂ€rfen und das Axtblatt so ausformen konnte, dass weniger BlattflĂ€che gleichzeitig in Kontakt mit dem Holz war und so eine sehr begrenzte Schaukelbewegung ausfĂŒhrte, um die Axt zu lockern und zu entfernen. Verschiedene Lösungen wurden bereits zu Ende des 19. Jahrhunderts angewendet wie Patente und Kataloge zeigen.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]
Blatt und Schneide
Um zu verstehen, warum bestimmte BlĂ€tter (bzw. Ăxte) so aussehen, wie sie aussehen, muss man zuerst wissen, welche Methoden frĂŒher verwendet wurden, um BĂ€ume zu fĂ€llen. Auch bestimmen Baumart, Standortfaktoren und FĂ€llungsarten die Proportionen des Blattes. Wurden frĂŒher (vor 1950, je nach Region unterschiedlich) die HĂ€user und BlĂ€tter aus Eisen hergestellt, so musste viel mehr Material eingesetzt werden, um eine stabile Axt zu erhalten. So hatte z. B. eine Entastungsaxt ein krĂ€ftigeres Haus als eine FĂ€llaxt, um den höheren Belastungen standzuhalten. Mit der Verwendung von Stahl fĂŒr die gesamte Axt konnte diese gleich stabil, aber in allen Teilen dĂŒnner, ausgefĂŒhrt werden.
Das Blatt war in frĂŒheren Zeiten (vor Mitte des 20. Jahrhunderts) ein kompletter (Keilwinkel: 20â30°) Keil. Solch eine Ausformung ist fĂŒr einen guten Spanauswurf beim Entzweihacken eines liegenden Stammes vorteilhaft. Durch die relativ dicken BlĂ€tter war ein Brechen derselben hĂ€ufig, besonders bei Minusgraden. Die Dickenzunahme macht jedoch ein Nachschleifen zeitaufwendiger. Solche BlĂ€tter waren zweckmĂ€Ăig beim umschroten der BĂ€ume (Axt allein) und dem zerschroten liegender StĂ€mme. Ein Einklemmen der Axt durch den nichtausgeworfenen Span ist ein Problem, das diese Ausformung löste. Aber nicht nur die Vorteilhafte Ausformung des Blattes stand im Vordergrund, auch das, im Vergleich zum Stahl, schwache Eisen war ein Grund fĂŒr die Dicke und Keilförmigkeit. Es kamen immer wieder AusbrĂŒche hinter der Schneide vor. (Heute findet eine Ă€hnliche Ausformung nur noch bei Timbersports Anwendung)
Kommt die Axt jedoch beim FĂ€llen in Zusammenwirkung mit der SĂ€ge oder allgemein Arbeiten, die das Blatt wenig auf Biegung belasten, kann es dĂŒnner und die Seiten mehr parallel sein. Eine Keilwirkung wird nicht benötigt und das DĂŒnnbleiben ĂŒber die BlattlĂ€nge macht das Nachschleifen gleichbleibend. BlĂ€tter solcher Ăxte haben Winkel von 10â15°. Die Keilwirkung der nicht zwingend balligen Schneide ist ausreichend, um ein ĂŒbermĂ€Ăiges Stecken zu vermeiden.
Anfang der 1950er wurde herausgefunden, dass sich das Blatt bei jedem Hieb minimal verdreht. Deshalb wurde das Blatt dĂŒnner und leichter gemacht und eine spezielle Stahllegierung verwendet. Durch das dĂŒnne Blatt sind die Zug- und Druckspannungen viel geringer als bei dicken BlĂ€ttern. (Zur Veranschaulichung kann man einen 200 mm langen und 20 mm breiten Glasstreifen bis zu einem Ausschlag von â5 mm biegen, ein doppelt so dicker brĂ€che.)
Die BlĂ€tter der Ăxte wurden ĂŒber die Zeit immer dĂŒnner ausgeschmiedet, wodurch sich ihr Gewicht, bei gleich bleibender Eindringtiefe, verringerte. So war z. B. die BĂŒndner Axt um 1900 noch 2 kg bei 22 cm Schneidenbreite schwer, um 1970 nur noch 1,5 kg bei gleich gebliebener Schneidenbreite.
Die Schneide einer Entastungsaxt sollte immer, mehr oder weniger, ballig (parabelförmig) ausgeformt sein. Die Schneide einer FĂ€llaxt, welche gleichmĂ€Ăig ĂŒber einen viel gröĂeren Bereich auf Biegung beansprucht wird, kann einen vollstĂ€ndigen Keil oder gering ballig ausgeformt werden. Je nach StahlqualitĂ€t, Auftreffwucht pro mm, Ablenkwinkel, der Baumart, Frost und Eigenart des Baumes wird die Schneide spitzwinkliger oder stumpfwinkliger ausgeformt.
FĂŒr Nadelholz oder weiches Laubholz kann ein 15 mm langer, 14â15° Winkel angewandt werden.
FĂŒr hĂ€rteres Laubholz ist hingegen ein 10 mm langer, 16° Winkel empfehlenswert.
Um den vordersten Millimeter Schneide widerstandsfÀhiger zu machen schleift man ihn 20°.
Mit all diesen Winkeln kann, in Grenzen, beliebig experimentiert werden.
Bei Frost braucht es natĂŒrlich gröĂere Winkel da das Holz gefroren ist. Auch ist erst die Axt durch leichte Hiebe aufzuwĂ€rmen.
Nach dem Feilen oder Grobschliff poliert man die Schneise und den Blattteil der meistens mit Holz in BerĂŒhrung kommt. Dadurch werden die Schleifrinnen abgetragen bzw. plastisch verformt und die Kerbempfindlichkeit herabgesetzt.
Die Schrotaxt
Kommt bei der FĂ€llung ohne SĂ€ge von durchmesserstarken BĂ€umen und der Aushackung von Wurzeln zum Einsatz. Die Schrotaxt war 25â35 cm lang, sodass der Stiel nicht hinderlich wird. Auch war das Ăhr nicht zu breit, so musste die Kerbe nicht so breit gehauen werden.cite-ref-16[16] Wollte man ein annehmbares Axtgewicht (1,7â2,5 kg) nicht ĂŒberschreiten, musste die Schneide relativ kurz (8â10 cm) sein. Aber auch die gröĂere Dicke der alten stumpfwinkligeren EisenblĂ€tter verlangte eine Kurzhaltung der Schneide um eine akzeptable Eindringtiefe zu gewĂ€hrleisten.
Im Vereinigten Königreich das sehr wenig WaldflĂ€che besitzt wurden die BĂ€ume noch nĂ€her am Boden angehauen. Dazu kam eine sogenannte âRoundingâ Axt zum Einsatz. Sie wurde zusammen mit der SĂ€ge fĂŒr geringstmöglichen Holzverlust eingesetzt. Ein Unterschied zur Schrotaxt ist die fast doppelte SchneidenlĂ€nge durch die die enorme Masse von 2,3â3,6 kg verursacht ist. Eine solche Axt wurde nicht ĂŒber einen ganzen Tag, sondern nur fĂŒr bestimmte BĂ€ume (z. B. wertvolle oder fĂŒr Schiffsmasten) verwendet.
In der Schweiz existierte eine Ă€hnliche Axt, die BĂŒndner Axt. Sie hatte eine SchneidenlĂ€nge von 21â22 cm und ein Gewicht von 2 kg; spĂ€ter dann 1,5 kg. 2â3 des Schneidenteils nĂ€her dem Stiel wurden zum Entasten benutzt, da dort die Schlagruhigste Zone ist. Zum âFeinputzenâ wurde das obere Drittel, Ă€hnlich einem Breitbeil, verwendet.
Gemeine Stockhacke, Holzhacke
Diese Ăxte hatten LĂ€ngen von ca. 20â25 cm und Schneidenbreiten von 8â10 cm. Durch die geringere LĂ€nge hatten sie Massen von 1,3â1,8 kg.
Je nach Baumart konnten die Dimensionen unterschiedlich ausfallen. Z. B. brauchen harte Laubhölzer kĂŒrzere Schneiden oder höhere Massen, sprich mehr Auftreffwucht (Kinetische Energie) pro mm Schneidenbreite.
Die Entastungsaxt
Diese speziellen Ăxte wurden in Gebieten mit hauptsĂ€chlich Nadelholz verwendet. Die HĂ€user dieser Ăxte waren âstark im Eisenâ um den abrupten Belastungen beim entasten standzuhalten. Die Schneiden waren 15â21 cm lang und die Masse betrug 1â1,8 kg.
Durch die lange Schneide musste weniger genau getroffen werden, dadurch wurde der Stiel geschĂŒtzt. Eine hĂ€ufige StielbeschĂ€digung bei kurzschneidigen Ăxten tritt auf wenn ein Ast durchschlagen wird und der Stiel den nĂ€chsten traf.
Die Ganzstahlaxt
Dadurch, dass die gesamte Axt nun aus Stahl geschmiedet wurde, konnten die verschiedenen Teile dĂŒnner und demnach leichter werden. Die Schneidenbreiten betragen 13â15 cm je nach Axtmasse. Dedizierte EntastungsĂ€xte haben SchneidenlĂ€ngen von 15â18 cm. Solche Ăxte wiegen 0,8â1,2 kg fĂŒr die NadelholzfĂ€llung, je nach GröĂe bzw. Durchmesser. FĂŒr die LaubholzfĂ€llung verwendet man 0,8â1,4 kg schwere Ăxte.
FĂŒr die Entastung von kleineren (<1,5 FM) NadelbĂ€umen kommen 0,8â0,9 kg; fĂŒr gröĂere (>1,5 FM) bis 1,25 kg in Frage, bis 1,4 kg bei WeiĂtanne. FĂŒr die Entastung von kleineren (<1 FM) LaubbĂ€umen kommen 0,8â1 kg; fĂŒr gröĂere (>1 FM) bis 1,25 kg zur Anwendung.
Durch diese Massenreduzierung der gesamten Axt und der Dickenreduzierung des Blattes konnten bei geringerer Axtmasse gleiche Arbeitsleistungen bei geringerer Belastung des Arbeiters erzielt werden. Auch glichen sich FÀll- und EntastungsÀxte dadurch mehr und mehr.
So war das Arbeitsvermögen in den ersten Arbeitsstunden mit einer schwereren Axt zwar höher, weil jedoch der Arbeiter mit der leichteren Axt seine Schlagfrequenz und Geschwindigkeit des Hiebs aufrechterhalten konnte, erzielte dieser trotzdem höhere Arbeitsleistung.
Der Stiel
Der Stiel (Helme, Hölb, Holm) der Axt besteht am besten aus einem zĂ€hen Laubholz. In Mitteleuropa wird traditionell Esche verwendet, aber auch andere zĂ€he Laubhölzer sind geeignet wie Buche, Birke oder Ahorn. In Amerika hingegen Hickory, das alle in Europa heimischen Laubhölzer in ihren Eigenschaften ĂŒbertrifft. Das Hickoryholz hat gegenĂŒber Esche eine höhere Dichte, ist abriebfester und etwas spröder. Esche ist jedoch elastischer, zĂ€her und fĂŒr die SchwingungsdĂ€mpfung besser.
Beim Anfertigen des Stieles ist darauf zu achten, dass der Faserverlauf (beste Ergebnisse durch Verwendung gespaltenen Holzes) nicht unterbrochen wird und die Fasern möglichst parallel zur Richtung des Blattes sind. Auch darf er nicht zu breit sein, damit er flexibel und möglichst vibrationsdÀmpfend ist.
Der Stiel kann gerade, einfach oder doppelt geschweift sein. Der letztere kam in Nordamerika nach dem Ende des Amerikanischen BĂŒrgerkriegs auf. Er zeichnete sich durch eine bessere Gewichtsverteilung, geringeres Gewicht, FlexibilitĂ€t und die HinzufĂŒgung eines Knaufs aus.cite-ref-17[17] Durch hinabgleiten der Hand am doppelt geschweiftem Stiel wird die Axt zusĂ€tzlich leicht beschleunigt.
Direkt unter dem Kopf ist der Stiel auf ca. 50 mm LĂ€nge um einiges breiter als im Bereich nĂ€her den HĂ€nden. Diese Verdickung ist dazu da, dass der Stiel beim Heraushebeln der Axt nicht bricht oder der Kopf sich lockert; ein Problem beim tiefen Eindringen einer Axt mit dĂŒnnem Blatt in bestimmten Hölzern.cite-ref-18[18] Bestimmte Lösungen wurden erdacht, um das Problem zu vermindern, wie lĂ€ngere Ăhre und/oder âAnsĂ€tze/Lappenâ unter dem Haupt, wie bei den Axtformen aus den Gegenden um Jersey oder Kentucky. Beide Lösungen haben gemeinsam das Drehmoment (durch einen kĂŒrzeren Hebel (BartlĂ€nge soll möglichst kurz gehalten werden)) beim Auftreffen der Axt nahe der Ferse zu verringern.
Die Lösung der Ausschmiedung eines âAnsatzesâ hat 2 Vorteile:
âą Eine kleine Gewichtszunahme relativ zur dazugewonnenen mechanischen Verbindungskraft des Kopfes an den Stiel
âą Einen Formschluss der âAnsĂ€tzeâ am Stiel (wenn der Kopf ein Drehmoment durch einen Schlag nahe der Ferse erfĂ€hrt, drĂŒcken die âAnsĂ€tzeâ ins Stielholz und werden gestoppt)
Ein verlĂ€ngertes Haus, entweder ganz umschlossen (siehe Galerie) oder nur vorne wie bei der Belgischen FĂ€llaxt, schĂŒtzt den Stiel.
Literatur
âą Ralph Clement Bryant: Logging; the principles and general methods of operation in the United States
âą Daniel Boucard: Les Haches 2005
âą Alexander von Engel: âĂsterreichs Holz-industrie und Holzhandelâ
âą Alexander von Engel: âUngarns Holz-industrie und Holzhandelâ
âą Karl Gayer: âDie Forstbenutzungâ
âą Henry J. Kauffman: American axes; a survey of their development and their makers
âą Gottfried Reissinger: Die Konstruktionsgrundlagen der Axt. Parey, Hamburg 1959.
âą Design manual on basic wood harvesting technology (FAO).
Weblinks
Commons
: Axt
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Axt
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wikiquote: Axt
â Zitate
âą Literatur von und ĂŒber Axt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Schleifen
âą Holzknechtmuseum Online
âą Ăxte engl.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Reinhold Erlbeck: Kosmos Wald- und Forstlexikon.
cite-note-22. â JĂŒrg Sedlmeier. In: ArchĂ€ologie in der Schweiz, 2011/1, Heft 34, S. 9.
cite-note-33. â E. Gross-Klee, S. Hochuli: Die jungsteinzeitliche Doppelaxt von Cham-Eslen. Gesamtbericht ĂŒber einen einzigartigen Fund aus dem Zugersee. In: Tugium, 2002, 18, S. 69â101.
cite-note-44. â docplayer.org
cite-note-55. â Patent DE806408C: Axt mit blattförmiger Scheide. Angemeldet am 30. November 1949, veröffentlicht am 14. Juni 1951, Erfinder: Gottfried Reissinger.â
cite-note-66. â Eddie Fawcettâs Recommended Axe Grinds. (PDF; 0,3 MB) tuatahiaxes.com
cite-note-77. â Racing Axe Grinding Chart. (PDF; 1,8 MB) tuatahiaxes.com
cite-note-88. â Karl Gayer: Die Forstbenutzung. 1894, S. 169.
cite-note-99. â Charles Barnard: Tools and machines. 1903.
cite-note-1010. â Ernst Kapp: Grundlinien einer Philosophie der Technik. 1877.
cite-note-1111. â International Tool Catalog. archive.org.
cite-note-1212. â Alexander von Engel: Oesterreichs Holz-Industrie und Holzhandel.
cite-note-1313. â Patent US309369A: Ax or similar tool. Angemeldet am 22. Juli 1884, veröffentlicht am 16. Dezember 1884, Erfinder: Edward C. Chapin.â
cite-note-1414. â Patent US327275A: Ax. Angemeldet am 3. April 1885, veröffentlicht am 29. September 1885, Erfinder: William C. Kelly.â
cite-note-1515. â Patent US402936A: Ax. Angemeldet am 19. Februar 1889, veröffentlicht am 7. Mai 1889, Erfinder: William C. Kelly.â
cite-note-1616. â Johann Christoph Adelung: Schrotaxt, die. In: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. 2. Auflage. Band 3: MâScr. Breitkopf, Leipzig 1798, S. 1662â1663 (Digitalisat. zeno.org).
cite-note-1717. â axebat.com
cite-note-1818. â Australian stone hatchets: a study in design and dynamics.